Aktueller Stand (Juli 2026): Meine Anträge zur Einrichtung einer Wasserstoff-Modellregion wurden bislang alle abgelehnt. Ich bleibe dran.
Eine alte Idee, deren Zeit gekommen ist
Wasserstoff ist keine neue Erfindung: Schon um 1828 wurde er experimentell nachgewiesen, 1842/43 entstand die erste Brennstoffzelle als „Gasbatterie“. Und Jules Verne ließ 1875 in „Die geheimnisvolle Insel“ verkünden: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft.“
Heute ist die Technik längst Alltag: In Nordrhein-Westfalen fahren serienmäßige Linienbusse mit Brennstoffzellenantrieb, die Hersteller Solaris (Polen) und Van Hool (Belgien) liefern sie in ganz Europa aus – allein Köln und Wuppertal haben 40 Wasserstoffbusse bestellt. Nahverkehrszüge mit Wasserstoffantrieb sind ebenfalls im Einsatz, und die Schweiz hat 1600 wasserstoffbetriebene LKW bei Hyundai geordert. Ich habe mich direkt bei den Verkehrsbetrieben in Wuppertal, beim Entwicklungszentrum für Schiffstechnik (DST) und bei den Busherstellern informiert.
Die Chance für Bleckede und die Elbtalaue
Genau hier wäre eine Modellregion am wirkungsvollsten. Sie bestünde nicht nur aus einem Fahrzeug, sondern aus einer ganzen Infrastruktur: die Fähre „Amt Neuhaus“, die Busse der Linie 5100, perspektivisch die reaktivierte Bahnstrecke Bleckede–Lüneburg – und eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle, die auch PKW und LKW offensteht. Der grüne Strom zur Wasserstofferzeugung kann von einem regionalen Energieunternehmen kommen; am alten Kraftwerksstandort in Alt Garge könnte ein Wasserstoff-Kraftwerk Strom und Wärme liefern.
Das ist keine Träumerei, sondern gesetzlicher Auftrag: § 27 des Biosphärenreservatsgesetzes definiert als Ziel, „eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu fördern“ – durch moderne Umwelttechnologien und den Ausbau regenerativer Energien. Solche Projekte entsprechen den UNESCO-Anforderungen und sind förderfähig durch Land, Bund und EU. Für dieses Konzept habe ich unsere Region auch persönlich bei Prof. Dr. Kampker (RWTH Aachen, Mitbegründer der StreetScooter GmbH) vorgestellt, der eine Modellregion für nachhaltige, autarke Entwicklung suchte.
Wofür ich mich einsetze
Bereits im Juli 2019 habe ich im Fachausschuss des Kreistages beantragt, Wasserstoff als Antriebsform für Busse, Bahn und Fähre zu beraten und eine H2-Modellregion im Landkreis Lüneburg einzurichten – als erste Fraktion im Kreistag überhaupt. Seitdem reichen wir als „Die Unabhängigen“ immer wieder neue Anträge ein, um eine Wasserstoff-Infrastruktur im Landkreis voranzubringen. Die Fähre kann der Anfang sein – für etwas Größeres.
